Schwing

Grünbrücke

Bau der ersten „Grünbrücke“ in Oberfranken

Drei SCHWING Autobetonpumpen betonieren Brückenüberbau an der BAB 93

Durch den stetigen Ausbau des Schienen- und Straßennetzes in Europa werden Lebensraum und Mobilität der Säugetierarten mit großem Raumanspruch immer stärker eingeschränkt. Auf den natürlichen Wanderwegen der Wildtiere lauern beim Überqueren der Verkehrswege nicht nur große Gefahren; auch der für den langfristigen Fortbestand so wichtige genetische Austausch wird behindert oder sogar völlig unterbunden.

In Bayern haben Studien ergeben, dass momentan aus wildökologischer Sicht nur wenige gut durchlässige Abschnitte auf Bundesfernstraßen vorhanden sind, und daraus ein Bedarf an 65 Wildquerungshilfen abgeleitet werden kann. Die wichtigsten Maßnahmen sollen in den nächsten 15 Jahren durchgeführt werden.

Derzeit werden in Bayern mehrere dieser Ausbauvorhaben schon umgesetzt oder sind in der Planungsphase. Eine dieser Wildquerungshilfen befindet sich momentan an der BAB 93 im Rehauer Forst im Bau. Die erste Grünbrücke in Oberfranken soll die Lebensräume des Waldes wieder miteinander verbinden, die im Jahr 1997 bei Bau der A 93 durchschnitten wurden. Gleichzeitig soll sie den Wildkorridor „Erzgebirge – Fichtelgebirge – Bayrischer Wald“ sichern, wo seit jeher ein regelmäßiger Zug des Rotwildes vom Erz- und Elstergebirge über den Rehauer Forst ins Fichtelgebirge stattfindet.

Die ca. 50 m breite Brücke mit einer Spannweite von 34 m, besitzt ca. 58 m lange Fundamente mit einer Breite von 3,00 und einer Höhe von 1,00 m. Die Widerlager sind jeweils über 57 m lang. Sie wurden in 4 Abschnitten pro Achse hergestellt. Ihre Breite variiert zwischen 1,20 m und 2,70 m. Fundamente und Widerlager wurden aus Beton der Festigkeitsklasse C35/45, CEM III A 32,5 N LH, mit einer Körnung von 0/32 und der Konsistenzklasse F 2 hergestellt.

Der freitragende Überbau der Brücke besteht aus einem 8-stegigen Spannbeton-Plattenbalken als angevoutetem Einfeldrahmen. Die Herstellung erfolgt in zwei Abschnitten bei denen jeweils 1200 m³ Beton der Festigkeitsklasse C 35/45 CEM III A 32,5 N LH, Körnung 0/22, Konsistenzklasse F2 eingebracht wird.

Der Betontransport war eine logistische Herausforderung. 150 Fahrten von 2 Betonwerken in Hof mussten organisiert werden. Dabei wurden fast ausschließlich Stetter Fahrmischer eingesetzt.

Mit den Betonierarbeiten beauftragte die bauausführende Fa. Max Streicher den Betonpumpendienst BPD Vogtland GmbH & Co. KG, der drei SCHWING Autobetonpumpen einsetzte. Die eine Hälfte des Überbaus wurde mit einer S 42 SX und einer S 36 X betoniert. Auf der gegenüberliegenden Seite der Brücke kam die neue S 43 SX mit 5-teiligem Verteilermast zum Einsatz.

Bei dieser Maschine, die auf der letztjährigen Bauma vorgestellt wurde, ist der Ausleger an den ersten vier Mastsegmenten rollgefaltet; am letzten Teilstück besitzt der Mast ein 270°-Gelenk in Z-Faltung. Der Mast kann um 3° überstreckt werden und verfügt über Knickwinkel von 95° am ersten, und 185° am zweiten und dritten Mastgelenk. Daher kann in engste Nischen des Bauwerks eingetaucht werden. Sogar in Hallen oder auf anderen räumlich limitierten Baustellen erlaubt dieses Faltungssystem das Betonieren bis unmittelbar vor die Stoßstange des Fahrzeugs. Mit einer Reichhöhe von 42,30 m und einer Reichweite von 38,10 m bietet die S 43 SX dem Anwender außerdem einen größeren Arbeitsbereich.

Im einseitig abgestützten EASy-Modus kann die S 43 SX mit einem Radius von 140° betrieben werden. Beide Stützen auf der gegenüberliegenden Seite brauchen nicht ausgefahren zu werden. Daraus ergibt sich die geringe Abstützbreite von 5,20 m. Der Schwenkbereich von 370° zu beiden Seiten verhindert in Verbindung mit der Sensorik, dass der Ausleger in den verbotenen Bereich bewegt werden kann.

Dank der Bogenabstützung ist in der Mitte des Grundrahmens genug Platz vorhanden, um Langhub-Pumpenbatterien mit Hublängen von 2,50 m unterzubringen, die mit weniger Hüben auskommen. Diese 23 % weniger Umschaltungen des Betonventils bedeuten geringere Verschleiß- und Energiekosten für den Betreiber.