Schwing

Mission Possible

Mission Possible in San Diego

Steve Delamarian kann normalerweise so leicht nichts aus der Ruhe bringen. Als einer der Geschäftsführer der Fa. Western Concrete Pumping aus Vista, CA, ist er knifflige Einsätze von Hochhaus-Betonagen oder anderen Großprojekten gewohnt. Doch dieses Mal war alles etwas anders. Das Einbringen von 8.400 m³ Beton für das Fundament des höchsten Wohngebäudes von San Diego,  „Electra“, stellte unter den gegebenen Bedingungen sowohl eine organisatorische als auch eine logistische Herausforderung dar.

So haben der Bauherr Bosa Development, San Diego, der Betonlieferant Newway Structures, Inc., San Diego, sowie Vertreter von Western allein sechs Monate gebraucht, um eine effektive und kostengünstige Lösung zur Ausführung der Fundament-Betonage  zu finden. “Es waren sechs Entwürfe für den Baustellenplan, mehrere Besprechungen, eine Unzahl von Telefongesprächen und sicherlich sehr viel Bereitschaft zur Zusammenarbeit seitens der einzelnen Unternehmen erforderlich, um auch nur so etwas Ähnliches wie einen Plan zu erarbeiten”, so Steve Delamarian.

Mission Impossible?

Diese umfangreiche und intensive strategische Planung war unabdingbar, denn schließlich handelte es sich nicht einfach nur um das simple Betonieren einer Bodenplatte. Eine wesentliche Herausforderung entstand durch, die Gebäudefassade betreffende Vorgaben. Im Jahre 1911 wurden von der San Diego Electrical Railway Company zwei Gebäude für die Aufnahme von Kesseln und Turbinen gebaut. Die Hallen wurden anschließend, in den späten zwanziger Jahren, von der San Diego Gas and Electric Company gekauft, die gezwungen war, die bestehenden Einrichtungen aufgrund des steigenden städtischen Energiebedarfs zu erweitern. Nach mehrjährigen Renovierungs- und Ausbauarbeiten, ernannte es die Stadt San Diego wegen seiner herausragenden neo-klassizistische und Art-Deko Architektur zu einem historischen Wahrzeichen. Aufgrund dieser Ernennung und der ästhetischen Qualitäten des Gebäudes war der Eigentümer gezwungen, die alte Gebäudefassade für den Neubau von „Electra“ zu erhalten.

Neben den logistischen Problemen sah man sich noch mit der Forderung der Stadt konfrontiert, Beeinträchtigungen des Innenstadtverkehrs und Auswirkungen auf die Fahrpläne von Bussen und Bahnen auf ein Minimum zu beschränken. Aus diesem Grund wurde beschlossen, die Betonage innerhalb eines Tages durchzuführen.

Dabei war von Anfang an war klar, dass Western wegen rund 27,4 Metern hoher Fassadenmauern und unmittelbar am Gebäude verlaufender Bahngleise, die Betonpumpen nicht einfach an der ca. 15 x 43 Meter großen Baugrube würde aufstellen können. “Nachdem die Entscheidung für den Zeitrahmen gefallen war, mussten wir uns überlegen, wie diese Menge zu bewältigen war”, sagte Delamarian. Um das zu erreichen, setzte Western Concrete Pumping insgesamt elf Autobetonpumpen und sechs separate Verteilermasten von SCHWING ein. Dabei fungierten sechs Pumpen als „Line-Pumps“ zur Versorgung der Verteilermasten bzw. einer Autobetonpumpe, die für Fahrmischer unzugänglich aufgestellt war.

Ein 28-Meter und zwei 39-Meter Verteilermasten wurden mit Hilfe eines Krans von ihren jeweiligen Autobetonpumpen auf Mastsäulen im Inneren der Gebäudefassade umgesetzt. Der KVM 28 X „detachable“ und der KVM 39 X „detachable“ sind Autobetonpumpen, deren Ausleger abgenommen, und als separate Verteilermaste eingesetzt werden können. Western mietete zusätzlich einen separaten 31-m Verteilermast von der Fa. Concrete Pump Repair, North Branch, MN an, um Beton auf der östlichen Fundamentseite einbringen zu können. Die Betonfirma Newway Structures setzte ihren eigenen 32-m Mast zum Betonieren der Fundamentmitte ein.

Die Erfüllung der Anforderungen bezüglich der Arbeitsbereiche der Masten war leicht im Vergleich zu der Aufgabe, die sechs Verteilermasten mit Beton zu versorgen. “Das war schon ein logistischer Alptraum”, sagte Delamarian. “Soweit wir wissen, hat es Derartiges zuvor noch nie gegeben – da stand schon eine Menge auf dem Spiel. Jedoch mit der Unterstützung von kompetenten und namhaften Bauherren und Bauunternehmungen konnten wir den Dingen mit Zuversicht ins Auge sehen.”

Mit sorgfältiger Planung und einer umfangreichen Pumpenausstattung fanden sich Lösungen für jeden Bereich der Fundamentplatte. Zur Versorgung der drei Verteilermasten von der Westseite des Gebäudes, stellte Western drei KVM 39 X auf einem Parkplatz auf der anderen Straßenseite auf. Da die Stadt die Aufrechterhaltung eines relativ ungestörten Betriebs des Bus- und Bahnverkehrs während der Betonierarbeiten zur Auflage gemacht hatte, war der Pumpenbetreiber gezwungen, ein ausgedehntes unterirdisches Leitungssystem zu installieren. Zu diesem Zweck wurden von jeder der drei Pumpen aus, 25,4 cm-Löcher zur Aufnahme eines ca. 61 Meter langen 15 cm Systems gebohrt. Durch Löcher in der bestehenden Fundamentmauer konnten die Rohrleitungen direkt zu den Verteilermasten verlegt werden.

Das gleiche unterirdische System wurde zur Betonversorgung eines S 47 SX eingesetzt, der in der Nähe der südlichen Fassadenmauer aufgestellt war. Da aufgrund der beengten Platzverhältnisse keine Zufahrtsmöglichkeit für Fahrmischer bestand, verlegte man eine, sich auf 12,5 cm reduzierende Rohrleitung unter den Bahngleisen von Pumpe zu Pumpe. Eine SCHWING Autobetonpumpe S 58 SX konnte auf der Südseite der Fassade, aufgrund seiner enormen Reichweite über einen Teil der Fassade hinweg betonieren.

Mit Hilfe der Überkopf-Rollfaltung konnte der Mast eines weiteren S 47 SX  durch ein enges Fenster an der Ostseite einfädeln. Der S 61 SX von Western wurde ebenfalls auf der Ostseite des Geländes aufgestellt und konnte dank seiner großen Reichhöhe über die 27,4 Meter hohe Fassadenmauer hinweg zu betonieren.

Zur Versorgung des noch verbleibenden separaten 32-m Verteilermasts platzierte Western ihren KVM 36 X auf der Straße an der Nordseite der Baustelle. Insgesamt wurde die Baustelle während der Betonage von über 200 Fahrmischern angefahren. So wurde innerhalb von 14 Stunden aus einer fast unmöglichen Mission doch noch eine „Mission Possible“. Nach seiner Fertigstellung werden 250 Wohnungen auf die 43 Stockwerke des „Electra“ verteilt sein.